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Prof. Dr. Tom Friedli

Co-Projektleitung PrePaC, Dozent Klinische Soziale Arbeit FHNW
MSc, Sozialarbeiter FH, Clinical Social Worker & Clinical Mentor ECCSW

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Dr. phil. Cornelia Rüegger

Sozialwissenschafterin; BA/MA/PhD Soziale Arbeit

Beitrag Soziale Diagnostik an die interprofessionelle Behandlung

Gesundheit und Krankheit entstehen nicht nur durch körperliche oder psychische Faktoren. Auch das soziale Umfeld, die Lebenssituation und die Art, wie Menschen ihren Alltag bewältigen, haben einen wesentlichen Einfluss auf Gesundheit und Krankheitsverläufe.

Die Klinische Soziale Arbeit ergänzt das biopsychosoziale Gesundheitsverständnis, indem sie die soziale Dimension systematisch in den Blick nimmt. Mithilfe der Sozialen Diagnostik wird gemeinsam mit den Betroffenen verstanden, wie ihre Lebenssituation, ihre Beziehungen und ihre Ressourcen mit der Gesundheit zusammenhängen. Dieses Verständnis bildet die Grundlage für passgenaue Unterstützungs- und Behandlungsangebote und trägt dazu bei, Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig zu fördern.

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Gisela Steinmann

Sozialarbeiterin FH, Case Managerin, Teilprojektleiterin Netzwerk

Was ich als Betroffene:r selber tun kann

Was macht der Schmerz mit mir? Mit ‘Soziale Diagnostik’ ist ein Verstehensprozess gemeint, der die eigene Lebensführung in ihrem sozialen Kontext erfasst.

Nach dem biopsychosozialen Schmerzverständnis können Zuversicht und positive Erfahrungen die Lebensqualität trotz Schmerzen verbessern. Belastungen hingegen können Schmerzen verstärken. Deshalb kann es hilfreich sein, den Schmerz aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Tipps & Tricks

Die eigene Lebenssituation als Ganzes betrachten

Gesundheit hängt eng mit dem sozialen Umfeld zusammen. Es lohnt sich, nicht nur auf körperliche Beschwerden zu schauen, sondern auch auf das «Drumherum».
Reflexionsfrage: Was belastet mich gerade – nicht nur körperlich, sondern auch in meinem Alltag, meinen Beziehungen, meiner Arbeit? Was gelingt mir trotz allem?

Soziale Ressourcen bewusst machen

Familie, Freunde, Vereine oder andere Kontakte können unterstützen – oft sind die positiven Effekte in Bezug auf Schmerz nicht sofort sichtbar.
Reflexionsfrage: Wer oder was gibt mir im Moment Halt? Welche Fähigkeiten, Routinen oder Beziehungen helfen mir? Wo könnte ich mir (mehr) Unterstützung holen?

Belastende Muster erkennen und ansprechen

Wiederkehrende schwierige Erfahrungen (z. B. Ausgrenzung, Konflikte) können sich auf die Gesundheit auswirken. Im Dialog bleiben hilft – sprechen Sie soziale Themen und Sorgen an und erkundigen Sie sich nach Unterstützungsmöglichkeiten.
Reflexionsfrage: Gibt es Situationen oder Beziehungen, die sich immer wieder belastend anfühlen? Was wiederholt sich dabei? Was möchte ich meiner Ansprechperson unbedingt mitteilen, damit sie meine Situation wirklich versteht?

Sich immer wieder neu mit dem Schmerz auseinandersetzen

Lebenssituationen verändern sich – und mit ihnen auch der Schmerz und das persönliche Schmerzempfinden. Nehmen Sie bewusst wahr, wie sich Ihr Schmerz anfühlt und was ihn beeinflusst. Wenn Sie diese Veränderungen mit Ihrer aktuellen Lebenssituation in Verbindung bringen, können Sie besser verstehen, was Ihnen guttut. Das stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit dem Schmerz.
Reflexionsfrage: Wie würde ich meine Situation in eigenen Worten beschreiben? Was fehlt mir, um besser zurechtzukommen? Wo erlebe ich trotz der Beschwerden Handlungsspielraum und Selbstwirksamkeit?