Schmerzmedikation
Bedeutung
Schmerzmedikamente sind vor allem für akute Schmerzen wichtig. Sie sollten bei Schmerzen, die die Bewegung und normale körperliche Funktionen einschränken, so früh wie möglich und ausreichend dosiert eingenommen werden. Primär kommen dabei Nicht-Opioide wie entzündungshemmende Medikamente, sogenannte NSAR oder COX2-Hemmer, Metamizol oder Paracetamol zum Einsatz.
Bei starken akuten Schmerzen, wie z. B. nach schlimmen Verletzungen oder grösseren Operationen hat der kontrollierte Einsatz von Opioiden einen wichtigen Stellenwert. Eine schlechte Schmerztherapie erhöht deutlich das Risiko einer späteren Chronifizierung der Schmerzen. Schmerzmedikamente helfen vor allem, um einen akuten Schmerz zu überbrücken, bis dieser von selbst nachlässt.
Sie können kurzfristig aber auch chronische Schmerzen lindern und helfen, den Alltag besser zu bewältigen – mit mehr Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Besonderheiten chronischer Schmerzen
Chronische Schmerzen unterscheiden sich von akuten Schmerzen. Sie haben meist mehrere Ursachen und betreffen Körper, Psyche und soziales Leben. Deshalb reicht eine rein medikamentöse Behandlung nie aus. Medikamente können aber in Kombination mit anderen Behandlungen sehr hilfreich sein. Oft sind das dann aber keine eigentlichen Schmerzmedikamente, sondern Wirkstoffe aus der Gruppe der Antidepressiva oder Antiepileptika, die schmerzmodulierend wirken. Sie sollten langsam individuell angepasst und regelmässig überprüft werden. Bei chronischen Schmerzen muss die Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere die Einnahme von Opioiden, immer hinterfragt und ärztlich begleitet werden. Hier wirken diese oft nicht mehr gegen die Schmerzen und es besteht ein hohes Risiko für eine Medikamentenabhängigkeit.
Risiken
Zu den Risiken zählen Nebenwirkungen, eine nachlassende Wirkung oder die Gefahr einer Abhängigkeit. Diese Risiken nehmen zu, wenn Schmerzen lange anhalten und mit ihnen eine dauerhafte Lösung gesucht wird.
Problematisch wird es immer dann, wenn der Griff zum Schmerzmittel zur Gewohnheit wird. Je nach Mittel können verschiedene Probleme dabei auftreten. Sogar das scheinbar harmlose Paracetamol kann bei einer regelmässigen Anwendung bei Kopfschmerz an mehr als zehn Tagen pro Monat zu chronischen Kopfschmerzen führen. Bei einer Überdosierung droht ein Leberschaden. Nach längerer regelmässiger Einnahme haben Entzündungshemmer wie z. B. Ibuprofen zudem ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre. Opioide machen zwar keine Magengeschwüre, dafür führen sie zu einer Toleranzentwicklung, das heisst sie wirken bei längerer Anwendung mit der Zeit nicht mehr so gut und werden dann bis zu gefährlichen Dosierungen gesteigert. Diese helfen meistens kaum noch gegen die Schmerzen.
Fragen zur Medikation
Welche Medikamente helfen bei chronischen Schmerzen?
Die üblichen Schmerzmittel helfen oft nicht oder nur unzulänglich bei chronischen Schmerzen. Je nach Ursache und Begleiterkrankungen können aber spezifische Medikamente gegen Nervenschmerzen wie z. B. Gabapentine oder Antidepressiva hilfreich eingesetzt werden.
Wie viel Selbstmedikation darf sein?
Eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln sollte nur kurzfristig und nur dann erfolgen, wenn die Ursache der Schmerzen bekannt ist. Eine längerfristige Schmerzmitteleinnahme sollte in regelmässigen Abständen ärztlich kontrolliert werden.
Welche Fehler kommen bei der Selbstmedikation am häufigsten vor?
Die gleichzeitige Einnahme von mehreren Medikamenten aus einer Wirkgruppe, wie z. B. Diclofenac und Ibuprofen als Entzündungshemmer, ist ein häufiger Fehler, der zu vermehrten Nebenwirkungen führen kann.
Stundenlang am Computer sitzen, Akkord arbeit oder Stress am Arbeitsplatz führen zu Verspannungen und Schmerzen, die für die Arbeit extrem störend sind. Da helfen Schmerzmittel erst einmal, um weiter zu funktionieren. Bestehen Schmerz und Stress fort, kommt es zur chronischen Schmerzerkrankung, bei der keine Schmerzmittel mehr helfen – doch aus Gewohnheit und infolge falscher Therapie werden auch längerfristig haufenweise Schmerzmittel eingenommen.