Unsere Grundsätze
Unsere Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und unterstützen die Prävention chronischer Schmerzen. Expert:innen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten mit Betroffenen zusammen, um Ihnen das aktuellste Wissen und die hilfreichsten Handlungsanleitungen zur Verfügung zu stellen. Wir arbeiten ohne finanzielle Unterstützung durch pharmazeutische Unternehmen.
Prevention of Pain Chronification (PrePaC)
Die Plattform entstand aus dem 2023 gestarteten Projekt Prevention of Pain Chronification (PrePaC). Das Präventionsprojekt wird unterstützt durch die Gesundheitsförderung Schweiz. Es wird am Inselspital Bern durchgeführt und durch die Berner Fachhochschule, die Fachhochschule Nordwestschweiz, die Swiss Pain Society sowie rund 40 andere Konsortiumspartner:innen mitgetragen.
Weil Schmerzchronifizierung ein komplexes biopsychosoziales Geschehen ist, wird das Projekt PrePaC von einem interprofessionellen Team getragen, das Fachpersonen aus Schmerzmedizin, Psychosomatik, Physiotherapie, Klinischer Sozialarbeit, Psychologie und Marketing vereint.
PrePaC Team

Prof. Dr. med. Konrad Streitberger
Projektleitung PrePaC, Leitender Arzt Schmerzmedizin

Balz Winteler
Co-Projektleitung, Teilprojektleitung Gesundheitspfad, Schwerpunktleiter Physiotherapie

Dr. med. Nina Bischoff
Co-Projektleitung, Teilprojektleiterin Qualifizierung, Leiterin Psychosomatische Medizin

Prof. Dr. Tom Friedli
Co-Projektleitung PrePaC, Dozent Klinische Soziale Arbeit FHNW, MSc, Sozialarbeiter FH, Clinical Social Worker & Clinical Mentor ECCSW

Prof. Dr. Martin grosse Holtforth
Fachsupport Psychologie / Psychosoziales Screening, Psychologie Uni Bern / Psychosomatische Medizin Inselspital

Gisela Steinmann
Sozialarbeiterin FH, Case Managerin, Teilprojektleiterin Netzwerk

Sibylle Obrecht Lösch
lic. phil., Projektkoordination, Teilprojektleitung Plattform

Prof. Dr. Heidi Kaspar
Teilprojektleiterin Partizipation, Berner Fachhochschule

Chantal Britt
Teilprojektkoordination Partizipation, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Berner Fachhochschule

Anik Coray
Mitarbeiterin Administration und Kommunikation, Bachelor of Arts in Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften

Noemí Martín
Wissenschaftliche Assistentin, Master of Science in Psychology
Aktivitäten und Projektgeschichte
Was bleibt? Das PrePaC-Team im Rückblick
2023
Tom Friedli, du bist Mitbegründer des Projekts PrePaC. Wie ist das Projekt entstanden?
Wenn ich mich richtig erinnere, haben Konrad Streitberger und ich uns 2021 erstmals getroffen, als ich an der Insel ein Referat gehalten habe über ein Thema meiner Diss (Soziale Faktoren in der Schmerzrehabilitation). Wir haben dann rasch gemerkt, dass wir an sehr ähnlichen Themen arbeiten. Uns war beiden die integrierte Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen, resp. die interdisziplinäre Prävention chronischer Schmerzen wichtig. Es war dann Konrad, der mich einige Monate später angefragt hat, ob ich Interesse hätte, an einer Projekteingabe bei GFCH mitzuwirken. Weil ich die Diss unterdessen abgeschlossen hatte, habe ich sofort zugesagt. Die Idee war, ein umfassendes, interprofessionelles und interdisziplinäres Programm zu entwickeln, um die Versorgung von Menschen mit einem erhöhten Risiko für Schmerzchronifizierung zu verbessern. Wir haben die Idee zusammen mit Nina Bischoff und Balz Winteler innerhalb weniger Monate weiter ausgearbeitet und schlussendlich erfolgreich bei GFCH eingereicht.
Als Projektleiter hast du, Konrad Streitberger, 2023 das Kick-Off Meeting orchestriert. Wie waren die Reaktionen auf das neue Projekt und was ist dir als highlight in Erinnerung geblieben?
Die Reaktionen waren durchweg positiv und ermutigend. Das Kickoff meeting war ja erst spät im ersten Projektjahr, so dass wir bereits mitten im Projekt standen.
Das besondere war, dass wir bereits vor Zusage der Projektförderung eine Art Prä-Kickoff mit den Konsortiumspartnern hatten und da bereits der Geist des Projekts entstanden ist, der sich durch das erste Jahr bis ins Kickoff Meeting weiterentwickelt hat. Daraus hat sich eine ganz besondere Zusammenarbeit mit einige Konsortiumspartnern entwickelt, die sich bis Projektende durchgezogen hat.
Partizipation und der Einbezug von Schmerzbetroffenen im Projekt sind seit Beginn Kernanliegen. Heidi Kaspar, wie kam es zur Projektunterstützung durch die BFH und wie wurde die Begleitgruppe aufgebaut?
Damals gab es an der BFH noch das Kompetenzzentrum Partizipative Gesundheitsversorgung, das mittlerweile in das Institut Kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership übergegangen ist. Wir wurden bereits in der Antragsphase angefragt und haben so von Beginn weg den Einbezug von Betroffenen als integraler Bestandteil im Projekt verankern können. Die Einsicht, dass die Mitwirkung von Betroffenen ein echter Gewinn für alle Beteiligten ist und die Qualität der Resultate verbessert, setzt sich auch im Gesundheitswesen in der Schweiz langsam durch. Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen erwerben exklusives Wissen zu Schmerz, Auswirkungen von Therapien und Navigation im Gesundheitssystem, über das nur sie als direkt Betroffene verfügen. Uns war es deshalb wichtig, die Begleitgruppe als eigenständiges Team aufzubauen, das Themen und Schwerpunkte von Patient:innen und Angehörigen pro-aktiv einbringt.
Durch eine laufende Ausschreibung am Schmerzzentrum und persönliche Kontakte der Projektmitglieder wurden Menschen zur Mitwirkung eingeladen. Die Gruppe zählt aktuell zwölf Mitglieder:innen. Einige sind noch nicht lange dabei, andere mussten ihre Mitwirkung wieder beenden oder pausieren. Die Mitglieder:innen der Gruppe bringen eine grosse Vielfalt von Schmerzerfahrungen mit. Sie stehen an ganz unterschiedlichen Stellen in ihren Schmerzbiographien, mit verschieden starken Einschränkungen ihres Alltags. Sie erleben unterschiedliche Reaktionen im sozialen Umfeld, in der Arbeit und im Gesundheitssystem und sie haben vielfältige Strategien gefunden oder testen diese. An den Workshops der Gruppe nahmen zudem auch Vertreter:innen von Krankenkassen und Sozialversicherungen teil, die an der Verbesserung der Prävention interessiert sind, um aus erster Hand von Betroffenen zu lernen.
2024
2024 wurde der Gesundheitspfad nach einer Pilotphase eingeführt. Balz Winteler, du bist Co-Projektleiter und Schwerpunktleiter Physiotherapie, weshalb ein Gesundheitspfad? ANTWORT FEHLT
LOREM
Qualifikation und Fortbildungen wurde als eines von vier Teilzielen von PrePaC definiert. Nina Bischoff, du bist Co-Projektleiterin und Leiterin der psychosomatischen Medizin Inselspital, wie können Fachpersonen für das biopsychosoziale Schmerzmodell sensibilisiert werden?
Sensibilisierung bedeutet mehr als reine Wissensvermittlung. Entscheidend ist, dass Fachpersonen verstehen, wie biologische, psychologische und soziale Faktoren bei chronischen Schmerzen zusammenspielen – und dieses Verständnis in den klinischen Alltag übertragen. PrePaC fördert dies durch praxisnahe Fortbildungen, konkrete Fallbeispiele und interprofessionellen Austausch. So entsteht eine gemeinsame biopsychosoziale Haltung in der Schmerzbehandlung.
Ein weiteres Projektziel war der Aufbau einer Internetplattform rund um Schmerz und Schmerzprävention. Als Projektkoordinatorin warst du massgebend bei Konzeption und Realisierung involviert. Sibylle Obrecht, wo stand die Plattform 2024 und was ist seither alles passiert? ANTWORT FEHLT
LOREM
2025
Martin grosse Holtforth, du leistet als Universitäts-Professor dem Projekt fachlichen Support mit akademischem Aussenblick – was ist deine wichtigste Botschaft?
Als Universitäts-Professor bin ich an ganz unterschiedlichen Forschungsprojekten interessiert – Schmerz ist dabei ein Thema, das viele Disziplinen berührt und entsprechend vielseitige Zugänge verlangt. Meine wichtigste Botschaft ist: Wir brauchen mehr Informationen und Wissen rund um das Thema Schmerz, um wirksame Präventionsmassnahmen überhaupt erst etablieren zu können. Diesen Wissensaufbau möchte ich mit meiner akademischen Aussenperspektive aktiv unterstützen.
Die Begleitgruppe hat mit der Pain Journey Map auf eindrückliche Weise Leidenswege und Meilensteine in der Rehabilitation von Schmerzbetroffenen aufgezeigt. Chantal Britt, welche Bedeutung hat die Pain Journey Map?
Die Mitglieder:innen der Begleitgruppe haben in der Pain Journey Map ihre Geschichten, Erfahrungen und Bedürfnisse dokumentiert. In der Forschung und Versorgung stellen gewöhnlich Fachpersonen Fragen und entwickeln für die Patient:innen Lösungen. Hier ist es anders: Die Schmerzbetroffenen definieren ihre Herausforderungen und Lösungsansätze selbst. Die Pain Journey Map zeigen den Betroffenen, wie viel wertvolles Erfahrungswissen sie gesammelt haben und stärkt sie auf ihrem Weg zu einem guten Umgang mit ihren chronischen Schmerzen.
Gisela Steinmann, seit 2025 bist du als Sozialarbeiterin und Teilprojektleiterin Netzwerk dabei und hast die Sozialmedizinische Sprechstunde konzeptionell konsolidiert. Welches Potenzial siehst du für die Weiterentwicklung?
Das im Projekt PrePaC entwickelte Modell der «Sozialmedizinischen Sprechstunde» verbindet medizinische und sozialarbeiterische Expertise, um Behandlungspläne passgenau auf die Lebenssituation der Patient:innen abzustimmen. Es lässt sich auf weitere Zielgruppen und Gesundheitsthemen übertragen und bietet – gerade angesichts der zunehmenden ambulanten Versorgung – grosses Potenzial für eine breitere Prozessoptimierung im Gesundheitswesen.
Meine Erfahrung ist, dass die soziale Dimension von biopsychoSOZIAL zunehmend an Bedeutung gewinnt – vor allem koordinierte und berufsübergreifend organisierte Versorgungsmodelle. PrePaC hat mit dem Aufbau der Sozialmedizinischen Sprechstunde sowie eines beachtlichen Netzwerks zur besseren Sichtbarkeit von Fachpersonen und Dienstleistungen beigetragen. Meine Rolle im Projekt habe ich als Brückenbauerin verstanden – zwischen Medizin, Sozialer Arbeit und den Patient:innen.
2026
Noemí Martín, du hast bei der Entwicklung des Serious Game für Medizinstudierende mitgewirkt. Wie seid ihr da vorgegangen?
Serious Game wurde von einem multidisziplinären Team entwickelt und durch User- und Expert:innen Feedback laufend optimiert. Das Spiel basiert auf einer fiktiven Fallvignette, in der eine Patientin mit Rückenschmerzen dargestellt wird. Aus technischer Sicht wurde eine hybride Architektur gewählt, die regelbasierte und KI-basierte Ansätze kombiniert. Eine erste Evaluation umfasste Fokusgruppen, strukturierte Fragebögen (u. a. zu Immersion, Usability und wahrgenommenem Lerngewinn), sowie «in-game» Feedback und die Analyse der Spielverläufe.
Anik Coray, du bist als Kommunikationsfachfrau unter anderem für den Öffentlichkeitsauftritt zuständig. Was macht eine gute Kommunikationsstrategie für ein Projekt wie PrePaC aus – und wo lagen die grössten Herausforderungen?
Als ich im Projekt gestartet bin, bestand bereits eine solide Grundlage: Es war ein umfangreicher Adressverteiler aufgebaut worden, und der Newsletter wurde regelmässig versendet. Darauf konnten wir gezielt aufbauen. Besonders erfreulich war die Entwicklung unseres LinkedIn-Auftritts – mit jedem Beitrag wuchs die Zahl der Follower kontinuierlich, was das steigende Interesse am Projekt deutlich widerspiegelte.
Ein weiterer Meilenstein war der Launch der Plattform wegweiserschmerz.ch im April 2026. Im Vergleich zur bisherigen Projektseite prepac.ch verzeichnete die neue Plattform einen markanten Anstieg der Besucherzahlen. Das zeigte eindrücklich, wie wirkungsvoll unsere Kommunikationsmassnahmen – insbesondere der Newsletter und die Präsenz auf LinkedIn – waren.
Eine der grössten Herausforderungen bestand darin, mit denselben Inhalten unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen – von Fachpersonen über Sozialversicherungen bis hin zu Betroffenen. Die Auswertung der Zufriedenheitsumfragen im Newsletter zeigte, dass sich nicht alle Zielgruppen gleichermassen angesprochen fühlten. Gleichzeitig hätte eine Aufteilung des Newsletters nach Zielgruppen auch Nachteile mit sich gebracht. Unsere Erfahrungen aus den Fortbildungen zeigen beispielsweise, dass sich auch Betroffene für fachliche Inhalte interessieren. Eine zu starke Segmentierung hätte deshalb das Potenzial gehabt, interessierte Leserinnen und Leser auszuschliessen.
Insgesamt verfügt das Projekt heute über eine starke kommunikative Basis, um Menschen mit chronischen Schmerzen nachhaltig zu unterstützen. Ich wünsche mir, dass die Plattform auch künftig aktiv weiterentwickelt und bekannt gemacht wird, damit sie möglichst viele Betroffene und Fachpersonen erreicht und ihnen einen echten Mehrwert bietet.
2026 ist das letzte Projektjahr. Konrad Streitberger, was war für dich das wichtigste Etappenziel – und was würdest du dir für die Zukunft wünschen?
Das wichtigste Etappenziel war für mich ganz klar das go Live der Plattform www.wegweiserschmerz.ch. Es war eine unglaubliche Geburt, die sich bis ins letzte Projektjahr hingezogen hat. Von der Idee über die Konzeptualisierung und Umsetzung waren Hindernisse zu überwinden, die zu nervenzerreissenden Verzögerungen geführt haben, die Plattform aber reifen lassen konnten.
Besonders beeindruckt hat mich der unermüdliche und kreative Einsatz des gesamten PrePaC-Teams auch in schwierigen Umständen.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass dieser Wegweiser vielen Patient:innen und Behandelnden einen weg weisen kann wie sie mit Schmerzen von sich und ihren Patient:innen so umgehen können, dass sie nicht chronisch werden, bzw. nicht chronisch ihr Leben beeinträchtigen. Im gesundheitspolitischen Umfeld wünsche ich mir, dass chronische Schmerzen als Erkrankung ernst genommen und Prävention wie auch Behandlung entsprechend biopsychosozial ganzheitlich umgesetzt werden können.