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Therese Straubhaar

Projektleitung REAS Suisse, Sozialarbeiterin FH

Regionale Anlaufstellen (REAS) – was ist das?

Regionale Anlaufstellen (REAS) sind ein Angebot von Gesundheitsligen und weiteren Organisationen an der Nahtstelle «Gesundheit – Soziales» für Menschen, die aufgrund von körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen an ihre Grenzen stossen. Entstanden sind erste regionale Anlaufstellen ab 2020 im Rahmen eines von der Gesundheitsförderung Schweiz geförderten Projektes. Regionale Anlaufstellen verfolgen das Ziel, die psychosoziale Unterstützung für Menschen mit chronischen Erkrankungen zu verbessern. Nach der erfolgreichen Pilotierung 2020–2024 in Bern, Schaffhausen und der Waadt konnten ab 2025 weitere REAS in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz aufgebaut werden.

Welche Unterstützungsleistungen erbringen REAS?

REAS unterstützen Menschen mit komplexen gesundheitlichen und sozialen Belastungen. REAS sind erstens leicht zugängliche Anlaufstellen, welche Betroffene darin unterstützen, die für sie passenden Hilfe- und Unterstützungsangebote zu finden. Zweitens bieten REAS-Fachpersonen einen koordinierten Hilfeprozess, welcher medizinische Versorgung und psychosoziale Unterstützung besser miteinander verknüpft – damit Betroffene den Überblick behalten, handlungsfähig bleiben und ihre Lebensqualität stabilisieren oder verbessern können.

Nach welchem Ansatz arbeiten REAS-Fachpersonen?

Der koordinierte Hilfeprozess folgt dem Ansatz des Sozialtherapeutischen Case Managements SCM und gestaltet sich konsequent patient:innenzentriert. REAS-Fachpersonen nutzen eine spezifische Visualisierungssoftware, welche die psychosoziale Diagnostik und die gemeinsame Ziel- und Handlungsplanung unterstützt, den Hilfeprozess strukturiert und das Selbstmanagement der Betroffenen fördert. Beispielsweise kann die Visualisierung des persönlichen Netzwerkes das Bewusstsein für vorhandene (soziale) Ressourcen stärken. Das Monitoring der individuellen Lebensqualität wiederum ermöglicht es, diese Verlaufswerte wirkungsvoll in Gesprächen mit Klient:innen zu nutzen.

Bild: Fiktive Visualisierung einer Netzwerkanalyse © REAS Suisse

Wer kann sich an REAS wenden, und was passiert dann?

Alle Menschen mit gesundheitlichen und sozialen Belastungen können sich an REAS wenden. REAS hilft in einem ersten Schritt, einen Überblick über die Situation zu gewinnen und den Hilfe- und Unterstützungsbedarf abzuklären. Passende bestehende Angebote werden identifiziert und vermittelt. Fehlen diese, bieten REAS den Betroffenen – oft Personen mit komplexen gesundheitlichen und sozialen Belastungen – auch längerfristige Unterstützung und Begleitung im Rahmen des Sozialtherapeutischen Case Managements.

Mit wem arbeiten REAS zusammen, und wie erfolgt die Vernetzung?

REAS kombinieren Interventionen der klassischen Gesundheitsversorgung und der psychosozialen Unterstützung mit einem koordinierten Hilfeprozess und beziehen alle relevanten Stakeholder und regional verfügbaren Angebote mit ein. Die Vernetzung erfolgt in jedem einzelnen Fall bedarfsorientiert und vertraulich. Darüber hinaus fördern REAS die Bildung interprofessioneller Netzwerke zur Stärkung der Integrierten Versorgung.

Was ich als Betroffene:r selber tun kann

Sie empfinden nicht nur Schmerzen, sondern auch zusätzliche Belastungen: zum Beispiel Schlafprobleme, Sorgen über Ihre Familie, Arbeit oder Finanzen oder das Gefühl der Überforderung? Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Ihrer behandelnden Fachperson darüber. Sagen Sie, dass Sie sich auch in diesen Bereichen Unterstützung wünschen. Bitten Sie um Vernetzung mit geeigneten Hilfen. Wenn viele Fachpersonen Sie unterstützen und es Ihnen schwerfällt, den Überblick zu behalten: Fragen Sie nach einer Fachperson, die Sie bei der Koordination unterstützt. Dies kann ein Schlüssel sein für eine bessere Lebensqualität.

Tipps & Tricks

  • Suchen Sie die nächste Regionale Anlaufstelle (REAS) auf.
  • Sprechen Sie über Ihren Alltag: Wie beeinflusst der Schmerz Ihre Beziehungen, Ihre Arbeit, Ihre Stimmung, Ihre Handlungen? Das hilft zu erkennen, ob Ihre aktuelle Unterstützung ausreichend und passend ist.
  • Wählen Sie kleine Ziele, zum Beispiel: «wieder besser schlafen», «mehr Sicherheit bei der Alltagsplanung» oder «Klarheit darüber, welche beteiligte Fachperson für welche Fragen zuständig ist». Ziele machen Gespräche und Absprachen wirksamer.
  • Machen Sie eine Liste aller beteiligten Stellen und Termine: Wer behandelt Sie? Welche Therapien laufen gerade? Wo gibt es Lücken oder Doppelspurigkeit? Das erleichtert die Koordination.
  • Stellen Sie mutig Fragen, zum Beispiel: «Wer stimmt die verschiedenen Schritte aufeinander ab?» und «Wie prüfen wir, ob es meine Lebensqualität verbessert?»

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